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03.09.2014 15:54
Kategorie: Wandern
Von: Daniel

Bergsteigen am Höhepunkt Tirols – Teil 2

Wer das Ötztal in seinen höchsten Regionen erleben möchte, wird mit dem Ötztal Trek genau die richtige Weitwanderung gefunden haben.


6 Teilrouten, 22 Etappen, 30.000 Aufstiegshöhenmeter und 400 km Strecke – das sind die Eckdaten dieser einmaligen Weitwanderung, die in Ötztal Bahnhof startet und über Scharten, Grate und Gipfel und vorbei an etlichen Hütten bis nach Obergurgel und Vent und wieder retour führt. Einige Etappen führen durch das ewige Eis, dort fehlen gelegentlich Markierungen und Beschilderungen, daher ist eine genaue Tourenplanung im Voraus ebenso notwendig wie das Abrufen des Wetterberichtes. Das Tragen von Wanderausrüstung wie knöchelhohe Bergschuhe, Wind-, Regen- und Sonnenschutz, Kappe und Handschuhe sowie die Mitnahme eines Erste-Hilfe-Pakets sind Pflicht für jeden Bergsteiger.

In sechs Teilen möchten wir euch die großartige Weitwanderung, die der Ötztal Trek darstellt, vorstellen. Hier im zweiten Teil erfahrt ihr von den Etappen 5-8, den ersten Teil findet ihr im untenstehenden Link – Viel Spaß beim Lesen!

>> Zum Artikel „Bergsteigen am Höhepunkt Tirols – Teil 1“

Etappe 5: Gletschertour zur Hochstubaihütte

Man wandert zunächst im flachen Talboden der Sulze nach Süden und weiter rechts den Hang hinauf, wo sich bald der Steig teilt und die rechte Variante zu nehmen ist. Über die westliche Randmoräne geht es südlich empor, bis sich der Blick zum Sulztalferner öffnet. Am Sulztalfernen heißt es anseilen, dann steigt man am rechten Gletscherrand gemächlich auf und passieren den Fuß der Wilden Leck. Zuletzt geht’s etwas zügiger hinauf zum Wütenkarsattel (Achtung Spalten!). Jenseits steigt man in brüchigem Gelände hinab auf den Wütenkarferner und kommt an einem kleinen See vorbei. Der Gletscher wird in einem Rechtsbogen überquert und am westlichen Rand verlassen – hier mündet der Pfad in die Zustiegsroute von Sölden zur Hochstubaihütte. Die Aussichtswarte der Sonderklasse wird rasch erreicht und ein Steig leitet auf einem breiten Grat einfach die letzten 100 Höhenmeter empor zum Schutzhaus.

Etappe 6: Eisfrei von Hütte zu Hütte

Von der Hütte nimmt man zunächst in umgekehrter Richtung die Zustiegsroute über den Seekarsee. Anschließend folgt die Passage über die sogenannte Himmelsleiter, durch die der Steig in Serpentinen hinunterzieht. Seile und Steintreppen erleichtern die Passage. Flach hinaus wandert man zu einem Notunterstand (Schlüssel hängt neben der Tür), ehe der Steig in steilerem Gelände zum Seekarsee hinableitet. Unterhalb des Sees zweigt man links ab und nimmt den Steig, der Richtung Osten zieht. Nach dem sumpfigen Ausläufer des Warenkars schlängelt sich der Steig in Serpentinen nach oben zur Scharte am Windachferner. Man steigt auf den Gletscher hinab und folgt dem Weg hinauf zum Restaurant Jochdohle im Skigebiet. Jenseits auf dem Gaiskarferner geht es südöstlich hinunter zu einem Felsrücken bis man weiter abwärts die Hildesheimer Hütte erreicht.

Etappe 7: Ganz im Bann des Zuckerhütls

Man wandert zunächst den Hüttenzustieg aus dem Windachtal hinunter, um dann links hinab zum Gaiskarbach zu steigen. Anschließend wird die Moräne des eindrucksvollen und berühmten Pfaffenferners gequert, ehe es teilweise über Blockwerk empor zum Gamsplatzl geht (kurz zuvor einmal Seilsicherungen).
Zu sehen sind das Zuckerhütl mit 3.507 m und die spektakulärsten Erhebungen in den Ötztaler Alpen. Jenseits zieht der Steig vorerst in Serpentinen in steilem Gelände abwärts und führt in der Folge weiter absteigend zum Triebenkarsee unterhalb der Zunge des Triebenkarlasferner. Anschließend folgt eine Passage ohne wesentliche Höhenänderung, der Steig quert die steilen Hänge der Scheiblehn und führt schließlich gemütlich nach oben zur Siegerlandhütte.

Etappe 8: Auf den Pfaden der Schmuggler

Entlang der alten Schmugglerpfade wandert man zur Windachscharte auf 2.862 m. Dort wird die Staatsgrenze Österreich/Italien überschritten, die schon früher gerne als Übergang genutzt wurde. Mit schönem Ausblick ins Passeiertal geht’s leicht abwärts zur Timmelsalm. Knapp unterhalb treffen wir auf die Timmelsjoch Hochalpenstraße, eine beliebte Überfahrt vom Ötztal nach Südtirol. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Gasthof Hochfirst, welches direkt an der Hochalpenstraße liegt.

Bildrechte:
Bild 1: wikimapia.org
Bild 2: TVB Ötztal
Bild 3: nature-x.com
Bild 4: sentres.com

Bergsee

Gipfelkreuz

Huette in der Dämmerung

Huette Almwiese