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14.08.2015 14:17
Kategorie: Wandern, Kultur, Events & Ausflüge
Von: Conny

Erfrischung, Schatten, Abkühlung

Heute gibt es einen erfrischenden Gastartikel: Immer unterwegs - unsere Conny lässt uns ein weiteres Mal teilhaben an ihren Erlebnissen im Salzburgerland!


Kaum einer stöhnt nicht bei den Temperarturen dieser Tage. Ich habe mich auf die Suche nach einer kleinen Abkühlung gemacht und diese in der Seisenbergklamm in Weißenbach bei Lofer gefunden – der Weg zur Eintrittsstelle ist sehr gut zu finden, da dieser mitten im Ortsgebiet liegt und somit eigentlich nicht zu verfehlen ist.
Das Auto habe ich am Parkplatz vor dem Wärterhaus ordnungsgemäß abgestellt, nun kann ich beruhigt loswandern. Gleich zu Anfang werde ich mit einigen Eckdaten versorgt: Ich werde mich in Kürze in einer etwa 600 Meter langen und 50 Meter tiefen Klamm befinden. Was mich, ein klein wenig klaustrophobisch veranlagt, etwas abschreckt ist die Tatsache, dass die Klamm an ihrer engsten Stelle nur 80 cm breit ist – aber gut, nun bin ich einmal hier und gekniffen wird nicht. Nach kurzer Gehzeit erwarten mich bereits die ersten faszinierenden Berg- und Gesteinsmassen, auch das Plätschern und Rauschen des Wassers vernehme ich schon von Weitem. Ich bin beeindruckt von der den Geräuschen, unterschiedlichen Farben der Felsen, welche durch die Waschung des Wassers und die Feuchtigkeit ihre eigene Geschichte erzählen.
Apropos  Geschichte: Mit Details und Fakten wird man immer wieder uns ausführlich versorgt. So erfahre ich beispielsweise, dass vor 12.000!! Jahren das Eis unserer letzten großen Eiszeit in den Alpen geschmolzen war und somit nicht mehr die Zeit gegeben, das Tal bis in die Höhe des Haupttales zu durchschörfen. Deshalb übernahm der Weißenbach (dieser durchfließt die Klamm), diese Funktion. Der Bach grub sich immer tiefer und tiefer in den Boden der Talstufe ein, was ermöglichte, dass wir heute über dieses einzigartige Werk der Natur staunen dürfen – und ich staune wirklich!
Es gibt nicht nur für die Augen viel zu sehen, hier werden einfach alle Sinne gefordert. Am Meisten schätze ich allerdings die angenehmen Temperaturen, welche zwischen den Felsen herrschen. Bei einer Hitze und durchschnittlichen 30°C, habe ich hier einen tollen Platz gefunden, an welchem es sich wirklich sehr gut aushalten lässt – hitzefrei für einen Nachmittag. Interessiert lese ich auch  die Informationstafeln, welche mich immer wieder begleiten, so erfahre ich neben der Geschichte der Seisenbachklamm auch etwas über die angeblichen unheimlichen Bewohner dieses, wie ich zugeben muss, auch heute noch mystischen Platzes. Vor vielen Jahren erhielt der hintere Teil aufgrund des wenig einfallenden Lichtes den passenden Namen „Dunkelklamm“. Dieser unzugängliche, auch als G’sausenbeg bzw. Seisenberg bezeichnete Abschnitt, galt als Aufenthaltsort böser und unheimlicher Geister, welche es nicht herauszufordern galt.
Bei dem Gedanken an hochwasserheraufbeschwörende Gestalten macht sich nun meine Platzangst doch etwas bemerkbar und ich beschließe, den selben Weg, den ich gekommen bin, zu meinem Ausgangspunkt zurück anzutreten.

Die Seisenbergklamm ist neben der Vordererkaserklamm und der Lamprechtshöhle eine der drei Naturdenkmäler der Saalachtaler Naturgewalten und ein echtes Erlebnis für große und kleine Besucher!