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18.05.2015 11:03
Kategorie: Wandern, Kristina
Von: Kristina

Ich habe heute leider keine Aussicht für dich ...

Das erste Mal hoch hinaus für diesen Sommer ging es vergangenes Wochenende! Wie die auf Facebook geposteten Fotos bereits verrieten, wanderten (kletterten und stapften durch den Schnee) wir auf die 2194 m hohe Guffertspitze.


Aber ich will nicht gleich zu Anfang an alle Details vorweg nehmen, also erst einmal alles der Reihe nach.Um unser auserkorenes Ziel besteigen zu können, mussten wir dieses Mal eine kurze Fahrt auf uns nehmen. Frisch und munter, mit einem gepackten Rucksack und einem kleinen Proviant ausgestattet, konnte unser Trio mit dem Abenteuer beginnen. Der Startpunkt, das kleine, etwas abgelegene Dörfchen Steinberg am Rofan, ist über eine kurvenreiche Straße zu erreichen, der Parkplatz am Gasthof Waldhäusl ist gut beschildert und eigentlich kaum zu übersehen.
Der Fußmarsch beginnt an einem kleinen Schuhbaum: Mindestens 10-15 Paar alte Bergschuhe markieren den Anfangspunkt dieser Wanderung.Über einen kleinen Bach führt uns der Weg nun durch ein Waldstück. Auf diesem ersten Abschnitt entdecken wir die Überreste des letzten Unwetters: Einen vom Blitz gespaltenen Baum – hier hat die Natur auf eindrucksvolle Art und Weise ihre Kraft zum Ausdruck gebracht!

Es geht stet bergauf, wir kreuzen dreimal einen Forstweg, dem wir allerdings nicht bzw. nur für ein ganz kurzes Stück folgen. Die Strecke ist im Allgemeinen sehr gut beschildert und mit Markierungen ausgestattet,  die Gefahr sich zu verlaufen bzw. eine falsche Abzweigung zu wählen ist eigentlich gleich null. Der Waldweg führt uns durch den lichten Wald und wir queren nun einige kleine Bäche, bis wir schließlich ein Latschenfeld erreichen. In Serpentinen steigen wir nun zügig das Schuttfeld empor. Schon nach wenigen Minuten geht der schottrige Weg in einen schrofigen und von Wurzeln durchsetzten Pfad über, der sich durch mannshohe Latschen nach oben schlängelt. Die Route führt dabei an das markante Felsköpferl heran, welches sich rechts des Guffertgipfels befindet. Über Stock und Stein (manchmal auch etwas größere Steine ;)) gewinnt unser Trio immer weiter an Höhe und erreicht schließlich den Fuß des „kleinen Bruders“ unseres eigentlichen Ziels. Wir bewundern dabei die steilen und glatten Wände dieses Felskopfes auf der Bergseite. Die Sicht in Richtung Tal lässt leider zu wünschen übrig – immer dichter werdender Nebel macht uns zu schaffen und vereitelt uns jede Aussicht. Nach einer kurzen Pause geht es, rechts vorbei am eben erwähnten Felskopf, durch ein weiteres Latschenfeld. Wir umwandern jetzt quasi diesen kleinen Berg. Wir gelangen schließlich zu einer Abzweigung, der Schmiedtquelle, die wir rechts liegen lassen. In stetiger Steigung wandert unsere Gruppe über eine latschenbewachsene Hochebene, rechts von uns der Guffertstein.
Hier treffen wir das erste Mal auf ein weißes Überbleibsel des vergangenen Winters: Schnee liegt noch auf dem Weg! Nach einer weiteren Kreuzung ziehen sich die Latschengewächse immer mehr zurück, der weitere Aufstieg erfolgt über ein felsiges Wiesenterrain. Auch hier haben wir mit größeren Schneeflächen und dem Nebel zu kämpfen – die Wettervorhersage für diesen Tag war doch eigentlich Sonne und frühlingshaftes, mildes Wetter!! Da sich eine erfahrene Alpinistin unter uns befand, bestand allerdings kein Grund zur Sorge – immer das Wetter und die vorherrschenden Bedingungen im Auge, führte sie uns sicher zum Gipfel – der schon bald in Reichweite sein sollte. Das schwierigste Teilstück dieser Tour galt es für den Gipfelsieg allerdings noch zurückzulegen: Nachdem die Schneefelder überquert waren, wartete eine letzte Herausforderung auf uns. Über eine breite und schrofige Gipfelflanke kraxeltn und klettertn wir immer weiter dem Ende der Tour entgegen. Wir folgten der rechten Seite des Grates, überkletterten diesen und stiegen nun linkshaltend über eine letzte Stufe zum Gipfel und dem außergewöhnlichen Gipfelkreuz hinauf. Ziel erreicht, Belohnung gab’s leider keine: Der dichte Nebel ließ nur eine Weitsicht von ein paar Metern zu, deshalb blieb uns die Aussicht auf die umliegende Gegend und die Tiroler und Bayrische Bergwelt verwehrt.
Da das Wetter auf dem Berg unberechenbar ist und sich innerhalb kürzester Zeit ändern kann, brachen wir nach einer schnellen Verewigung im Gipfelbuch zum Abstieg auf – die eingepackte Jause verspeisten wir etwas unterhalb des Gipfels und in weniger gefährlichen Sphären. Der weitere Rückweg führte uns über dieselbe Route wie der Aufstieg, nun allerdings bei Sonnenschein!!! zurück ins Tal. Um die Tour weiter auszudehnen besteht auch die Möglichkeit über einen Panoramaweg zurück zu wandern. 

Bei der Wanderung zum Guffert handelt es sich um eine eher einfache, bis mittelschwere Tour mit Kletterstellen im 1. Schwierigkeitsgrad. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollten daher mitgebracht werden. Da es im Sommer in den südseitigen Latschenhängen sehr heiß werden kann, ist ein früher Aufbruch empfehlenswert.
ACHTUNG: Auf der gesamten Strecke befindet sich keine Einkehrmöglichkeit, daher unbedingt Proviant bzw. ausreichend Flüssigkeit einpacken!!!

Die Route auf der interaktiven Karte gibt es hier.

Abstieg im Nebel

Eintrag im Gipelbuch

Gipfelkreuz Guffert

Abstieg im Schnee

Panoramabild in der Sonne