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11.09.2015 14:22
Kategorie: Wandern
Von: Conny

Wanderung zum Stripsenjochhaus im Kaiserbachtal

Zwar schon etwas länger her, diese tolle Empfehlung von unserer Conny möchten wir unseren fleißigen Lesern aber keinesfalls vorenthalten - Bittesehr :-)


Da es der Wettergott am letzten August-Wochenende noch einmal so richtig gut mit uns meinte, haben wir uns nach kurzem Zögern  (lieber Balkon oder Sonnenterasse? ... hmm...) doch für eine etwas aktivere Sonntagsbeschäftigung entschieden! Unser Ziel – das Stripsenjochhaus auf 1.580 m im Kaiserbachtal.

Als waschechte Pinzgauerin ist es normalerweise meine Aufgabe, über Wanderziele aus meiner Heimat Salzburgs zu berichten – diesmal aber zog es uns über die Grenze nach Tirol. Pünktlich und noch etwas verschlafen saßen wir um 07.00 Uhr im Auto von Saalfelden nach Griesenau. Es ist schon herrlich, wenn man um diese Zeit unterwegs ist – kein Verkehr, der Morgennebel lichtet sich gerade und zu allem Überfluss trübte kein einziges Wölkchen den Himmel! Perfekter konnte dieser Wandertag nicht beginnen ...

 

Nach ca. 50 Minuten Autofahrt erreicht man das Örtchen Griesenau (in St. Johann in Tirol fährt man rechts Richtung Gasteig ab) – gleich am Ortsbeginn biegt man links ab und erreicht nach wenigen Minuten den „Eingang“ zum Naturschutzgebiet Kaiserbachtal. Während früher noch ein (meist) gut gelaunter Kassier die Maut von € 4,- einkassierte, sahen wir uns diesmal mit einem Automaten konfrontiert – nach kurzem Blick auf die Beschreibung war aber alles klar und schon wurde der Schranken in dieses landschaftliche Paradies geöffnet! Die ca. 5 km lange Mautstraße führt auf eine Seehöhe von 1.024 m zur Griesner Alm mit Ausblick auf das imposante Bergmassiv des Wilden Kaisers.

 

Nachdem wir das Auto geparkt und unsere Wandersachen geschnappt hatten, ging es auch schon los! Angeschrieben ist die Wanderung zum Stripsenjochhaus mit ca. 1 ½ h – während des Aufstiegs gibt es einiges zu bewundern und zu bestaunen! Das Naturschutzgebiet in den nördlichen Kalkalpen bietet eine einzigartige Flora und Fauna: über 900 Blütenpflanzen, Farne, Moose und Flechten, Mischwälder mit Buchen, Tannen, Fichten, in höheren Lagen Bergahorn, Eschen und Erlen, aber auch seltene Spinnen, zahlreiche Vogel- und Schmetterlingsarten uvm.  Schon zu Beginn unserer Wanderung stellten wir fest, dass wir nicht die einzigen waren, die sich an diesem Tag die 500 Höhenmeter zum Strips als Ziel gesetzt hatten – obwohl der Uhrzeiger erst 08.00 Uhr morgens anzeigte, herrschte hier schon reger Betrieb J Der Weg zur Hütte auf 1.580 m ist recht anspruchsvoll, hat einige steile Passagen und befindet sich großteils in der Sonne – daher war unser Plan, die Tour zeitig zu starten, wohl ziemlich gut! Während wir mittags erholt und gestärkt den Heimweg antraten, kamen uns einige Wanderer mit hochrotem Kopf und total verschwitzt entgegen – bei fast 30°C ist diese Strecke definitiv nicht zu empfehlen J 

Nachdem man sich den mit Geröll und Steinen gepflasterten Weg bis zur Hütte hinaufgekämpft hat, sollte man sich erst einmal die Zeit nehmen, das traumhafte Panorama zu genießen! Der Ausblick entschädigt für die einen oder anderen Strapazen dieser Tour. Während ich für meinen Teil die Wanderstöcke auf die Seite stellte und es mir in der Sonne gemütlich machte (ich war schon stolz auf meine Leistung, die Strecke innerhalb von 1 ¼ h geschafft zu haben), geht es für die meisten noch weiter nach oben – das Stripsenjochhaus gilt als idealer Ausgangspunkt für Gipfelbesteigungen oder anspruchsvolle Klettertouren im Kaisergebirge. Neben kulinarischen Köstlichkeiten wie Kaiserschmarrn oder einer deftigen Brettljause bietet die Hütte auch zahlreiche Schlafmöglichkeiten für alle Bergfexe, die sich für eine mehrtägige Tour entscheiden!

 

Da das Wetter an diesem Tag kaiserlich war und sich von seiner schönsten, aber auch recht heißen Seite präsentierte, haben wir uns nach der Stärkung wieder gen Tal aufgemacht! Diese Tour hat sich gelohnt – vor allem, weil unsere Bekannte Christiane uns auf der Hütte bestens bewirtet hat! Über das Wiedersehen haben wir uns sehr gefreut – und einem Besuch im nächsten Sommer steht auch nichts im Wege ...