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04.08.2014 14:54
Kategorie: Kultur, Events & Ausflüge
Von: Daniel

Ein Hauch von Poesie

Suzanne Vega – eine der wohl brillantesten Liedermacherinnen ihrer Generation – gastierte vergangenen Samstag im Treibhaus in Innsbruck und nahm die Zuhörerschaft mit auf eine besondere musikalische Reise.


Ich trage niemals Weiß…

Ich trage niemals Weiß, denn Weiß ist für Jungfrauen, Kinder im Sommer und für Bräute im Park. Meine Farbe ist Schwarz, denn sie steht für Geheimnisse, für Gesetzlose und Tänzer, für den Poeten im Schatten….   
(frei übersetzt aus dem Lied „I Never Wear White“)

Die Freude und der Applaus waren groß, als Suzanne Vega vergangenen Samstag die Bühne des Treibhaus-Turms samt Band betrat – und zu Recht, denn vom ersten bis zum letzten Lied fühlte man sich in etwa so wie ein begeisterter Leser, der sich gerade in der Phantasiewelt eines großartigen Buches verliert. Ein Konzert wie ein Gedicht, vorgetragen mit sehr viel Emotion und gewürzt mit einer sehr gezielt platzierten Prise Witz.

Die Mutter des MP3

„…damals, als ich 18 war, hatte ich mich in den Ferien in einen Jungen verliebt. Am Ende der Ferien trennten sich unsere Wege leider wieder, da wir an verschiedenen Enden der Welt lebten. Zum Abschied schrieb ich ihm dann folgendes Lied und machte es ihm zum Geschenk. Im Gegenzug schenkte er mir sein Bandana – ich hab’s heute noch….“

Ein Schmunzeln geht durch die Reihen, als  Suzanne Vega mit diesen Worten ihr Lied „Gipsy“ ansagt, das mit Luka, Calypso und Toms Diner zu den bekanntesten musikalischen Meilensteinen der Ausnahmekünstlerin zählt. Letzteres Lied ist überdies auch noch dafür bekannt, als allererster Titel überhaupt in das Musikformat MP3 konvertiert worden zu sein. Somit hat Toms Diner Mrs. Vega den Titel „Mutter des MP3“ beschert.

Ein Riss in der Wand...

Es waren nicht nur ihre „Alltime Favourites“, die Frau Vega am vergangenen Samstag zum Besten gab, auch ganz frische Werke, die auch auf ihrer neuen CD mit dem vielversprechenden Namen „Tales from the Realm of the Queen of Pentacles“ zu hören sind, fanden sehr viel Anklang. Musikalische Untermalung nach dem Konzept „weniger ist mehr“ und Liedtexte, die viel Spielraum für Interpretationen lassen – so begegnen wir in den neuen Liedern einem Streit zweier Figuren eines Kartenspiels, dem vermeintlich entdeckten Riss in der Wand zwischen der materiellen und der spirituellen Welt und den Gründen, warum Suzanne Vega niemals weiße Kleidung trägt.

Fazit:
Die Zeit der großen Hits von Suzanne Vega mag vielleicht vorbei sein, doch sind sie und ihre Musik faszinierend und beeindruckend wie eh und je – und zu Recht hat Frau Vega die jahrzehntelange Treue ihrer Fangemeinde verdient, und wer die Gelegenheit haben sollte, sie live zu erleben, sollte die Chance unbedingt nutzen!

Bild Suzannevega