< Ooooh wie ist das schön...
24.03.2015 11:25
Kategorie: Noch mehr Winterspaß, Kultur, Events & Ausflüge, Nicole
Von: Nicole

Faszination Gletscher – Expedition ins ewige Eis

2 Wasserstoffatome (H2) + 1 Sauerstoffatom (O) + Kälte = EIS Das ist die Zauberformel für die himmlisch glitzernde Märchenwelt des Natur Eis Palastes am Hintertuxer Gletscher. Diese faszinierende Eiswelt beherbergt kristallklare Eisstalaktiten, funkelnde Eiskristalle und sogar einen Gletschersee – ein wirklich einzigartiges Naturjuwel, das seinesgleichen sucht und unbedingt Platz in jeder Urlaubsplanung finden muss!


Man hat das Gefühl, als würde man in eine andere Welt eintauchen. Als wäre man von Millionen funkelnden Diamanten umgeben, die im Licht der bunten Lampen um die Wette glitzern. Jeder Schneekristall ist einzigartig in seiner Form und gleicht keinem anderen Kristall. Eine kühle Naturschönheit!

Aber kurz zurück zum Anfang:
Zusammen mit meiner Freundin Nina ging’s los nach Hintertux für einen Kurztrip ins Hotel Höhlenstein. Und da der Hintertuxer Gletscher nur einen Katzensprung vom Hotel entfernt ist und uns unsere Gastgeber-Familie Geisler vom Ganzjahresskigebiet am Hintertuxer Glescher und dem Natur Eis Palast regelrecht vorgeschwärmt hat, konnten wir natürlich nicht widerstehen und sind sofort zu einer Entdeckungstour aufgebrochen.

Los ging’s mit dem Skibus und dann mit dem Gletscherbus 1, 2 und 3 hinauf auf 3.250 m Höhe! Wow – da sollte man wirklich schwindelfrei sein. Eine Snowboarderin neben mir hat in der Gondel sogar die Augen schließen müssen, weil sie Höhenangst hatte. Ihr Freund hatte den größten Spaß damit, sie deshalb aufzuziehen. Interessant ist, dass sämtliche Liftstützen, die auf dem Eis errichtet wurden, mehrmals im Jahr aufgrund der Eisbewegung an die ursprüngliche Position zurückversetzt werden müssen.

Mein großer Fehler bei diesem Ausflug war, dass ich sofort von einer Gondel in die nächste gestiegen bin und meinem Körper dadurch keine Zeit zum Akklimatisieren gelassen habe. Die Folge: Oben angekommen musste ich mich erst einmal in den Schnee setzen und ein paar Mal tief einatmen, da mir von der Höhenluft ein bisschen schwindelig geworden ist. Hier oben ist die Luft merklich dünner und jede sportliche Betätigung somit gleich doppelt anstrengend. Aber nach ein paar Minuten ging’s dann wieder.

Nachdem wir uns für die Natur Eis Palast – Tour angemeldet und die Helme aufgesetzt und festgesurrt haben, ging’s auch schon los. Am Eingang mahnte uns unser Guide noch einmal eindringlich, uns mit beiden Händen an den Seilen rechts und links von uns festzuhalten, da hier eine hohe Rutsch- und Stoßgefahr herrscht. Natürlich wurde das nicht immer beherzigt, schließlich brauchte jeder zumindest eine Hand zum Fotografieren!

Dann ging’s endlich los in die Eiswelt direkt unter der Skipiste. Hier hat es konstante 0 °C an 365 Tage im Jahr. Daher sind warme Kleidung und ein festes Schuhwerk Pflicht. Über einen engen Tunnel stolperte unsere Gruppe hinein ins Eisparadies. Platzangst sollte man hier nicht haben: Eine Frau musste die Gruppe nach der Hälfte der Strecke über einen Notausgang verlassen, weil es ihr zu eng geworden ist. Bis sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, sind wir schon ein paar Mal ausgerutscht und wären fast auf dem Hintern gelandet, weil wir natürlich die Weisung unseres Guides, uns an beiden Seiten festzuhalten, nicht immer ernst genommen haben. Tja, jetzt wussten wir es besser und setzten vorsichtig einen Fuß vor den anderen.

Wie die Höhenforscher haben wir uns tief ins Eis gewagt und entdeckten einzigartige Eisformationen, die mit einem herrlichen Lichtspiel aus blau, grün, rot, gelb und violett eindrucksvoll in Szene gesetzt wurden. Vor allem die begehbare Gletscherspalte begeisterte unsere Gruppe. Gletscherspalten – die leise und unsichtbare Gefahr für Variantenfahrer und Skitourengeher – und wir sind mitten drin! Lebendig, neugierig und voller Wissensdurst! Die Gletscherspalte ist zur Skipiste oben hin zugefroren. Bei Alpengletschern wird eine durchschnittliche Spaltentiefe von rund 30 m erreicht. Es war faszinierend, wie die blauen Lämpchen, diese ansonsten tödliche Bedrohung in ein sanftes und mystisches Licht tauchten. Fast ehrfürchtig streift man mit seinen Handschuhen die glatten Eiswände, die sich rechts und links von einem erheben, entlang.

Über Leitern ging’s dann rauf und runter immer weiter hinein ins Eisparadies. Vor lauter Neugier, in jedes noch so kleine Eisloch zu gucken, um es abzulichten, habe ich mir schon ein paar Mal den Kopf gestoßen. Jetzt wusste ich, wozu der Helm gut war!

Während der Tour hat uns unser Guide natürlich mit allerhand witzigen und interessanten geschichtlichen und wissenschaftlichen Anekdoten versorgt. So verdankt man es z.B. einem Zufall, dass der Natur Eis Palast entdeckt wurde: Erst 2007 entdeckte Roman Erler während einer Bergtour dieses faszinierende Naturjuwel. Seither werden jedes Jahr neue Schönheiten und Besonderheiten im Ewigen Eis entdeckt.

Dann kamen wir zum Gletschersee. Dieser ist zwar am Rand vereist, aber innen flüssig! Unser Guide hat uns erzählt, dass das nur hier auf der Welt möglich ist, weil hier das Wasser sehr mineralstoffarm und somit zum Trinken nicht geeignet ist. Im bis zu 35 m tiefen und sehr breiten See befand sich auch ein Gummiboot. Zuletzt hat sich der deutsche Weltmeister im Eisschwimmen 3 Minuten ins eiskalte Nass gewagt!

Dann war auch leider schon bald das Ende des Natur Eis Palastes erreicht. Beim Hinausgehen wäre ich wegen des blendenden Weiß des Firnschnees fast erblindet und auch der kurze Aufstieg zurück zum Gletscherbus 3 verlangte mir meine letzten Kraftreserven ab. Fast schon wäre ich auf allen vieren raufgekrochen, weil die Höhenluft mir augenscheinlich immer noch zu schaffen machte. Dennoch der wunderschöne Eispalast entschädigt für alle „Strapazen“.

Fazit: Dieses geheimnisvolle Funkeln des Ewigen Eises verzaubert!

Wer dann noch Lust und Luft hatte (wie meine Freundin Nina), wedelte die Pisten des Hintertuxer Gletschers hinunter. Und für alle Nicht-Skifahrer wie mich blieb die bequeme Gondelfahrt nach unten, bei der man noch einmal das herrliche Bergpanorama bestaunen konnte oder, wenn man unter Höhenangst litt, einfach die Augen schloss und die Fahrt genoss. Die herrlich-warmen Frühlingssonnenstrahlen auf der Restaurantterrasse bei einem herzhaften, verspäteten Mittagssnack wärmten einem nicht nur das Herz, sondern sorgten schließlich auch noch für die erste Bräune.

Quelle: Hotel Höhlenstein, Hintertuxer Glescher, Natur Eis Palast

Nicole Eispalast

Im Inneren

Eispalast 1

Gletscherspalte beleuchtet

Hintertuxer Gletscher