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10.06.2015 16:05
Kategorie: Kristina, Nicole, Kultur, Events & Ausflüge
Von: Kristina & Nicole

Front Heimat. Tirol im Ersten Weltkrieg

Was macht man, wenn man die Mittagspause nicht im Büro vor dem Computer verbringen möchte, das Wetter aber so grauslig ist, dass weder ein Spaziergang noch ein kleiner Snack auf der Sonnenterrasse so wirklich verlockend klingen? Richtig, man geht ins Museum, um etwas Kultur zu schnuppern! Im prestigeträchtigsten Museum Tirols, das einen Rundgang von der Steinzeit bis in die Gegenwart ermöglicht, wurden die Kultursinne von der weiblichen Abteilung der Alpenblogger geweckt.


Das Ferdinandeum in der Alpenhauptstadt Innsbruck wurde vom Architekten Anton Mutschlechner geplant und 1845 feierlich eröffnet. Bereits die Fassade, die vom Architekten Natale Tommasi im Florentiner Neurenaissance Stil gestaltet wurde, ist ein echter Hingucker. Gemeinsam mit der Nordkette, die sich majestätisch hinter dem Museum erhebt, fesselt uns dieser erhabene Anblick. Bevor man die altehrwürdige Säulenvorhalle betritt, muss man durch den Haupteingang eintreten, der von zwei Sphingen, die 1903 vom Bildhauer Franz Baumgartner aufgesetzt wurden, flankiert und beschützt wird.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Front Heimat, eine Ausstellung, die noch bis zum 1. November läuft. Hier sind einige geschichtliche Fakten unumgänglich: Nach Kriegsbeginn im Sommer 1914 (Auslöser war das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand im serbischen Sarajevo) suchten die Wirren des Krieges im Mai 1915 auch das Land Tirol heim. Die Verluste und Entbehrungen, die Gräueltaten – all das und noch viel mehr ist Gegenstand der Ausstellung. Exponate aus längst vergangenen Zeiten entführen den Besucher auf eine Zeitreise in eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Millionen von Menschen ließen ihr Leben auf dem Schlachtfeld als die Mittelmächte (Deutsches Reich und Österreich-Ungarn) gegen die Entente (Vereinigtes Königreich, Frankreich, Russland) kämpften.

Auf insgesamt zwei Ebenen werden Besucher in den Alltag der damaligen Zeit entführt.

Am Eingang wird langsam sanft und an das Thema des Ersten Weltkriegs herangeführt: Ein altes Waffenrad, diverse Kleidungsstücke sowie ein Portrait des damaligen Herrschers Franz Josef erinnern ein bisschen an Sissi-Filme und stimmen den Besucher auf die bevorstehende Zeitreise ein.

Eine Tafel mit verschieden abgebildeten Landkarten füttert uns mit weiteren Details, so erfahren wir z.B., dass zur damaligen Zeit innerhalb von Österreich und Ungarn rund zehn verschiedene Sprachen gesprochen wurden.

Im ersten Stock weicht die romantisch–nostalgische Stimmung der harten Kriegs-Realität. Ausstellungsstücke aus den Jahren 1914-1918 beweisen, wie grausam der Kriegsalltag sich auch in Tirol gezeigt hat: Konservendosen, Überschuhe aus Stroh, welche die Soldaten vor Erfrierungen schützen sowie Beinprothesen aus Metall spiegeln das Bild der damaligen Zeit nur all zu gut wider.

Besonders beeindruckend fanden wir die Exponate, welche auch berührt werden durften: alte Postkarten von Männern an der Front, die letzte Grußworte in die Heimat und zu ihren Lieben versandt haben. 

Beeindruckende Malereien und Bilder von renommierten Künstlern erzählen und erinnern heute noch an diese Zeit. Vor allem in den Bergen der damaligen Front sind auch dieser Tage noch Spuren der Kriegshandlungen und des Alltagslebens der Soldaten des Ersten Weltkriegs sichtbar.

Abenteuer Museum – wir waren uns einig, dass die Zeit wie im Flug und viel zu schnell vergangen war. Nach unserem Besuch im Ferdinandeum konnten wir unseren Kollegen im Büro aber unisono berichten, dass wir in Zukunft unbedingt öfters einen Museumsbesuch einplanen wollen ;-)

Ferdinandeum

Kriegsfahrrad

Portrait Kaiser Franz Joseph

Landkarte

Erster Weltkrieg

Konservendosen