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27.03.2015 14:02
Kategorie: Kultur, Events & Ausflüge, Kristina
Von: Kristina

Genau sieben Tage vor dem Ostersonntag ...

... wird es traditionell in Tirol. Der Palmsonntag wird vielerorts mit Prozessionen und Palmsträußen gefeiert.


Kleine Sträußchen aus Grün- und Palmzweigen (oder wie man im Volksmund sagt: Palmkätzchen) und mit Brezen und verschiedenen Bändern behangen für die Mädchen, an Stangen gebundene Sträuße für die Buben - so wird der Palmsonntag in Tirol zelebriert. 

Doch woher stammt dieser katholische Brauch eigentlich? Und warum wird er in Tirol gerade auf diese Weise gefeiert? Um genaueres zu diesem Brauchtum zu erfahren, haben Nicole und ich einmal bei unseren Großeltern nachgefragt.

Na gut, zu meiner Ehrenrettung sei an dieser Stelle gesagt, worauf dieser Brauch zurückzuführen ist,

weiß ich - Religionsunterricht in der Schule sei dank - selbst. Ich höre mich schon fast selbst wie meine ehemalige Lehrerin sprechen: Der Palmsonntag ist der letzte Sonntag in der Fastenzeit und läutet traditionell die Karwoche ein. Wir gedenken an diesem Tag dem Einzug von Jesus Christus auf einem Esel in die Stadt Jerusalem. Ihm zu Ehren streute das Volk Palmzweige. 
So weit, so gut - das biblische Wissen sei vorerst genug aufgefrischt.

In der Zelebrierung dieses Brauches scheint es allein in einem so kleinen Land wie Tirol anscheinend genauso viele Unterschiede wie Orte selbst zu geben:

In Thaur beispielsweise ist es nicht nur üblich seine mitgebrachten Sträuße und Brezeln weihen zu lassen, im Mittelpunkt des Geschehens steht eine fast lebensgroße, hölzerne Christusfigur, die auf dem Thaurer Palmesel sitzt. Die, auf einem einem vierrädrigen, niedrigen Wagen befestigte Figur aus dem Jahr 1772 hält in der linken Hand einen Ölzweig, die rechte Hand ist segnend erhoben.

In Imst zählt vor allem die Länge der Palmstangen. Jedes Jahr wird in einem Wettbewerb um den höchsten Strauß wettgeeifert: mit einer Länge von 30-40 Metern machen manche Exemplare sogar dem Kirchturm Konkurrenz. 

Gelebte Tradition: Seit vier Jahren erfreuen sich auch Kurse für das Binden von Sträußen und Palmstangen reger Beliebtheit, auch oder gerade bei den Kindern. Unter professioneller Anleitung von Bäuerinnen oder Floristinnen wird das Handwerk der Palmstraußbinden weitergegeben und hoffentlich noch lange existieren.

Bildquelle (Palmesel Thaur): www.meinbezirk.at 

Palmesel Thaur

Palmstangen

Palmstrauß