< Laufgenuss pur auf 23,2 Kilometern
08.09.2015 12:32
Kategorie: Nicole, Kultur, Events & Ausflüge, Wandern, Noch mehr Sommerspaß
Von: Nicole

Goldige Aussichten ...

Ein beeindruckender Panoramablick auf über 70 Dreitausender, Österreichs höchst gelegene Wallfahrtskirche und ein Panoramarestaurant, das nicht nur auf der sich drehenden Panoramaterrasse, sondern sogar auf dem WC einen wunderschönen Ausblick auf die Bergwelt bereit hält – die Hohe Salve in den Kitzbüheler Alpen macht ihrem Namen als schönster Aussichtsberg Tirols wahrlich alle Ehre.


Wer in den Genuss der Aussicht auf der Hohen Salve (1.829 m) kommen will, der muss natürlich hoch hinaus. Für alle gemütlichen Wanderer, die sich den anstrengenden Auf- und Abstieg sparen möchten, geht es entweder mit der Bergbahn von Hopfgarten aus auf den Gipfel oder mit jener von Söll aus. Da wir uns jedoch zumindest ein bisschen die Füße vertreten wollten, haben wir uns für die dritte Variante entschieden: Zuerst ging’s mit der Gondelbahn Hochbrixen (in Brixen im Thale) rauf und danach gingen wir zu Fuß auf einem ebenen Schotterweg ca. 5-10 min weiter zum Filzalmsee (1.300 m). Dieser Bergsee ist v.a. bei Familien sehr beliebt. Zum einen natürlich, weil er schnell und einfach zu erreichen ist, und zum anderen weil es für Jung & Alt so viel zu entdecken gibt: Sand- & Wasserspielplatz, Baumhütte, Riesenspritze und Wasserriese, Moor-Biotop, Moortretbecken, Kneipp-Armbad uvm. Dieses Abenteuer wollten wir uns aber für den Rückweg aufsparen. Daher ging’s links am Ufer des Filzalmsees vorbei Richtung Hohe Salve.

Auf einem Schotterweg geht es zuerst gemütlich vorbei an kleinen Bächen und saftigen Blumenwiesen, dann ein bisschen bergauf durch ein kleines Wäldchen, wo man auf eine kleine Kapelle stößt. Ein kleines Schildchen bei der Quelle der Jordankapelle weist darauf hin, dass das Wasser eine wohltuende Wirkung für die Augen haben soll. Da meine Wimperntusche jedoch nicht wasserfest ist und ich die anderen Wanderer nicht mit einem verlaufenen Clowns-Gesicht erschrecken wollte, habe ich auf diese kleine, laut einem alten Volksglauben auch heilsame Erfrischung für meine Äuglein verzichtet und stattdessen meine Wanderung fortgesetzt.

Nachdem sich der Wald gelichtet hat, werfen wir einen Blick gen Gipfel und da wird uns der Kraftakt, der noch vor uns liegt, erst richtig bewusst. So wenig hoch ist der Berg dann doch nicht, wie wir zu Beginn glaubten ;) Wir gehen über Grashänge zu einem kleinen Plateau, auf dem der Salvensee thront. Ab hier geht das letzte sehr steile Stück über Serpentinen Richtung Gipfel. Im Schneckentempo legen wir die letzten Meter zurück und werden dabei von so manchen durchtrainierten Wanderern, die fast doppelt so alt sind wie wir, überholt. Fast ein bisschen peinlich ;) aber zum Glück ist das ja kein Wettlauf.

Endlich oben angekommen, mussten wir erst einmal verschnaufen. Aber der Blick auf die Zillertaler Alpen, den Wilden Kaiser, die Hohen Tauern, den Großglockner, den Großvenediger sowie zahlreiche weitere Berge ist Belohnung genug für die Strapazen des Aufstiegs. Und da der schöne Ausblick so schwer in Worte zu fassen ist, gibt’s hier einen kleinen Vorgeschmack.

Und um noch einmal auf die „Belohnung“ zurückzukommen. Die Aussicht war uns fast Belohnung genug ;) Die verbrauchte Energie mussten wir aber natürlich mit einer kleinen, deftigen Stärkung im Panoramarestaurant wieder auftanken. Und da uns doch ein relativ frischer Herbstwind um die Ohren wehte, setzten wir uns lieber in die gemütlich-warme und rustikale Stube, wo wir dank des großen Panoramafensters trotzdem einen herrlichen Blick auf die Berge genießen konnten. Und der Clou kam zum Schluss: Auch die Toilette bot dank eines großen – ich hoffe mal blickdichten – Panoramafensters eine schöne Aussicht.

Auf dem gleichen Weg ging’s schließlich wieder zurück Richtung Filzalmsee und Hochbrixen, wobei der Abstieg fast genauso anstrengend war wie der Aufstieg und sich am nächsten Tag in Form eines ziemlichen Muskelkaters im Oberschenkel bemerkbar machte. Beim Filzalmsee legten wir noch einmal eine Pause ein, sonnten uns auf den gemütlichen Liegen und tauchten unsere Füße in den kühlen Bergsee bevor wir wieder zurück ins Tal gondelten.

Tipp: Für Familien und Junggebliebene wie mich eignet sich auch die leichte Wanderung zum Hexenwasser nach Söll, wo über 60 feucht-fröhliche Wasserstationen und ein Spielplatz Jung und Alt begeistern. Einmal wieder Kind sein – hier wird’s möglich ;) Einfach beim Filzalmsee rechts abbiegen und dem markierten Wanderweg für ca. 1 h Richtung Söll folgen. Aber dazu mehr in unserem nächsten Artikel ...

Filzalmsee in Hochbrixen

Bach mit Almblumen

Kuh am Filzalmsee

Erfrischender Bach

Wunderschöne Alpenblumen

Idyllisches Wäldchen

Ausblick von unten auf die Hohe Salve

Bergsee auf der Hohen Salve

Wallfahrtskirche auf der Hohen Salve

Panoramaausblick auf der Hohen Salve

Blick ins Tal

Schön ist es in den Bergen

Rustikales Panoramarestaurant am Gipfel

Panoramarestaurant mit schöner Aussicht sogar vom Klo aus

Erfrischend - der Filzalmsee in Brixen