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17.03.2014 14:50
Von: Daniel

Kunstvoll speisen

Weil das Auge einfach mitisst…


Das beliebteste Hotel in Vorarlberg – das Sporthotel Steffisalp in Warth – hat kürzlich den Künstler Paul Renner engagiert, um dem Arlbergsaal kunstvolle Klasse zu verleihen – und dies ist ihm auch gelungen. Paul Renner schuf in diesem Jahr für den Seminarraum einen Zyklus zum Thema Trophäe. Da in diesem Raum sowohl gegessen und getrunken als auch debattiert wird, war es für den Künstler klar, dass die Trophäe nicht nur als Metapher für den Erfolg, sondern auch für den kulinarischen Genuss steht. Jede der drei Kompositionen an der Ost-, West- und Nordwand sind von einer in diesem alpinen Bereich geläufigen Trophäe bestimmt, jede Komposition beinhaltet ebenso eine Trophäe aus der Kunstgeschichte oder der Mythologie.

Die Westwand
Symbole: Steinbock, Granatapfel und Lorbeerkranz

Der Steinbock ist die Jagdtrophäe im alpinen Raum schlechthin und das Logo vom Sporthotel Steffisalp. Der Granatapfel ist der Hinweis auf die weltliche Macht. Kaiser Maximilian I. trägt ihn in der Hand auf einem Portrait von Albrecht Dürer 1519. Der Lorbeerkranz ist ein friedliches Symbol und steht für Vollkommenheit und Unsterblichkeit.

Die Nordwand
Symbole: Gams, Blumengebinde und Rehbock

Zwischen der Gams und der Rehbock-Trophäe, die den kulinarischen Genuss zelebrieren, ist ein Blumengebinde platziert. Die Komposition ist eine Hommage an das Bild Korb mit Früchten von Caravaggio, allerdings mit einer alpinen Komposition aus Vogelbeeren, Enzian, Alpenrose und Arnika. Eine Hommage an den von Renner sehr geschätzten Meister, den er als den Trophäen-Maler schlechthin verehrt.

Die Ostwand
Symbole: Hirschgeweih, Pokal und Spielhahn

Das Hirschgeweih ist die Urtrophäe, mit dem sich der Mensch auf Felszeichnungen zur Zeit des Paläolithikum schon darzustellen verstand. Der Pokal ist für Renner eine Art Gebrauchsfetisch, allerdings nur die edlen, z.B. aus der Kunstkammer in Wien und nicht die profanen Sportlertrophäen. Und der Spielhahn ist die Schönheit schlechthin.

Zum Künstler:
Paul Renner lebt im Bregenzerwald und im Monferrato, Piemont. Er betreibt Kunst als synästhetische Wahrnehmung. Seine Darstellungsweisen sind ungewöhnlich, da sich bei ihm bildende und darstellende Kunst mit Kulinarik durchdringt. Seine Arbeiten werden in Galerien und Museen Europas, den USA und Asiens gezeigt. Er wird von den Galerien Philipp Konzett, Wien, Koenig & Clinton, New York und der Fondazione Morra, Neapel vertreten.

Trophäenzimmer

Steffisalp außen