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08.05.2014 09:52
Kategorie: Kultur, Events & Ausflüge
Von: Daniel

Ötztals Welt der Sagen und Legenden

Ein Weg, auf dem man Schlangen, Drachen und das „wilde Mandl“ trifft – wer wagt es, dort eine Wanderung zu unternehmen?


Einst mähten die Bauern auch die besonders steilen Wiesen, um ausreichend Futter für ihr Vieh zu gewinnen. Während der Heuerntezeit blieben die Bauern mit ihren Familien in kleinen Hütten - in den sogenannten Thaien - hoch oben in den Bergen. Dort lebten allerdings auch zahlreiche giftige Schlangen, und immer wieder wurden Kinder gebissen. Der Weg ins Tal, um einen Arzt aufzusuchen, war weit und beschwerlich, so kam es vor, dass Kinder durch das Gift der Schlangen starben. Eines Tages kam ein Priester nach Oetz und die Bauern taten ihm ihr Leid kund. Der Geistliche stieg hinauf zu den Bergmähdern, entzündete ein riesiges Feuer und wartete auf die Schlangen. Diese kamen in Scharen und wollten den Priester beißen, doch dieser belegte sie mit einem Bann. Die Schlangen stürzten ins Feuer und verbrannten. Der Priester kehrte in das Dorf zurück und sagte zu den Einheimischen: "Ab heute gibt es dort oben keine giftigen Schlangen mehr. An jener Stelle aber, an der ich das Feuer entzündet habe, wird ein Baum wachsen. Sollten sich wieder Schlangen ansiedeln, fällt diesen Baum, bringt ihn ins Tal, fertigt aus seinen Brettern eine Wiege, legt ein Neugeborenes hinein und dieses Kind wird den Bannspruch übernehmen und die Schlangen aufs Neue vertreiben."

Dies ist nur eine der Geschichten, die man bei einer Wanderung durch den „Ötztaler Sagenweg“ hören, sehen, lesen und erleben darf. 14 verschiedene Ötztaler Legenden sind es, denen man auf der rund einstündigen Wanderung von Huben zum Gasthof Feuerstein in äußerst lebendiger Manier begegnet.  Lebendig deshalb, weil das Lesen dieser großartigen Volkssagen in Kombination mit der Betrachtung der zugehörigen, bis zu sechs Meter hohen Statuen regelrecht ein Kopf-Kino hervorruft, mit dem Hollywood in Sachen Individualität und Originalität niemals mithalten kann! Im Sommer ist der Weg dienstags und donnerstags am Abend beleuchtet, was die Mystik noch verstärkt und umso mehr zum Träumen einlädt.

Erlebniswanderung und Naturschutzgebiet

Der Ötztaler Sagenweg ist Teil des Naturparks Ötztal, welcher als übergreifendes Dach alle Schutzgebiete im Ötztal umfasst. Er erstreckt sich von der Talsohle hinauf in hochalpines, von Gletschern geformtes Gebiet. Höchster Punkt ist die Ötztaler Wildspitze mit 3.774 m.

Der Naturpark Ötztal beherbergt eine Reihe besonders  naturnaher Gebiete: Die Ruhegebiete Ötztaler Alpen und Stubaier Alpen faszinieren durch hochalpine Naturlandschaft mit ausgedehnten Gletscherflächen, das Naturdenkmal Obergurgler Zirbenwald sowie die Naturwaldreservate im Windachtal bei Sölden zeigen typische Zirbenbestände.

Der UNESCOBiosphärenpark Gurgler Kamm wird als Modellgebiet der Entwicklung von Mensch & Natur wissenschaftlich intensiv beforscht. Die steil aufragende Engelswand bei Umhausen wartet mit vertikal perfekt angepasster Flora und Fauna auf und ist als europäisches Natura 2000-Schutzgebiet und Tiroler Naturschutzgebiet ausgezeichnet. Das Landschaftsschutzgebiet Achstürze-Piburger See am Eingang des Ötztales besticht durch unvergleichliches Seeambiente und uriger Felssturz-Landschaft.

Sollte man also nicht so sehr an Mythen, Sagen und Legenden interessiert sein, findet sich im Naturpark Ötztal bestimmt für jeden noch das ein- oder andere tolle Natur-Ausflugsziel!

Bildrechte: Naturpark Ötztal

Ötztaler Sagenweg

Sagenweg