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26.05.2015 11:36
Kategorie: Wandern, Kristina
Von: Kristina

Von Hennen und Lodern

Ein ganz besonderer Wandertipp führt uns diese Woche in das Tiroler Unterland. Und zwar in das beschauliche Örtchen Fieberbrunn, dort befindet sich nämlich der Startpunkt für die Tour zum Wildseeloder.


Also ich habe mich in meinem Wanderer- und Bergsteigerbekanntenkreis einmal umgehört und alle Hobby-Bergfexe und Möchtegern-Experten darunter waren sich unisono einig: Die Wanderung zum Wildseeloder ist eine der schönsten Wanderungen im Großraum von Kitzbühel. Außerdem ist es ein idealer Ausflug für Familien, denn die Kürze des Anstiegs (natürlich nur, wenn man die Seilbahn benützt;)) macht die Wanderung auch für Familien sehr attraktiv. Begeben wir uns vor dem schweißtreibenden Aufstieg doch auf eine kleine Traumreise vor dem inneren Auge: Der idyllisch gelegene und schimmernde See, eine gemütliche Einkehr oder der Verzehr von der mitgebrachten Jause und rundherum eine einzigartige Aussicht und Berge, Berge, Berge ...
Aber halt! Eigentlich befinden wir uns ja noch am Anfang unserer Wanderung, quasi sind wir gerade erst aus dem Auto ausgestiegen, haben die Wanderschuhe geschnürt und den Rucksack geschultert. Der Ausgangspunkt zum Wildseeloder ist die Talstation der Fieberbrunner Bergbahn (regulärer Betrieb wieder ab dem 04.06.2015) . So geht es bequem mit der Gondel in zwei Etappen hoch auf den Lärchfilzkogel – und ruck zuck befinden wir uns bereits auf einer Höhe von 1.640 m. Wie bereits erwähnt, kann man diese Strecke natürlich auch zu Fuß meistern, je nach Lust und Laune kann die Tour durch die Benützung der Bergbahn aber verkürzt werden, vor allem mit Kindern bereitet die kurze Strecke bestimmt mehr Vergnügen. Wählt man die längere Variante, so ist den Markierungen Richtung „Streuböden“ zu folgen: Am etwas versteckten Lauchsee eine kleine Verschnaufpause einlegen oder an der Streuböden Alm einen Zwischenstopp planen, auch der Aufstieg ohne Bahn hat einiges zu bieten.

Am Lärchfilzkogel - wo auch die Seilbahn endet - angekommen, ist bereits das Wildseeloderhaus im Kessel zwischen der Henne und dem Wildseeloder zu sehen, der See versteckt sich allerdings noch. Es geht nun leicht bergab zu den Wildalmen, eine kleine Erholungsphase zwischendurch quasi ;) Nach diesen Almen wird der Weg allerdings noch einmal steiler und führt in mehreren Kehren hinauf zum Wildseeloderhaus und den See. Der schimmernd blaue Wildsee, eingebettet in den tiefen Kessel der zwei Fieberbrunner Hausberge – ein Bild mit Postkartenpotential!
Angespornt durch dieses Panorama und sofern die nötigen Kräfte noch vorhanden sind, kann die Tour noch ausgedehnt werden: In Richtung Seenieder dem Weg folgend, erreicht man nach etwas weniger als einer Stunde die etwas mehr als 2.000 m hohe Henne.
Zweigt man am Wildseeloderhaus rechts ab gelangt man zum Wildseeloder. Entlang einer Felswand geht’s noch einmal bergauf bis zu einem Tor (teilweise mit Seilen zum Festhalten). Von dort trennen nur noch wenige Meter vom Gipfel und nach etwa einer Stunde kann man zum Gipfelfoto Aufstellung nehmen.
Von beiden erwartet einen ein einmaliger Blick hinunter zum See und auf Großglockner, Großvenediger oder das Kitzsteinhorn!

Eine gemütliche Wanderung mit der ganzen Familie oder die etwas anspruchsvollere und längere Variante – ein Ausflug zum Wildseeloder, zur Henne oder zum Wildsee macht’s möglich.

Ein kleiner Tipp: Die anschließende Belohnung für fleißige Wadl gibt's im Hotel Alte Post. Nur unweit von der Talstation verleiht der Genuss von einem leckeren Eis einem Wandertag im Pillerseetal einen gebührenden Abschluss.

Latschn

Pano Wildsee